Unterwegs in Sachen UN-Behindertenrechtskonvention
Baden-Württemberg, 3. / 4. Februar 2011 - Die Produktionspalette in einer Behindertenwerkstatt ist erstaunlich groß, stellte die behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Gabriele Molitor bei ihrem Besuch der ArBeg Arbeits- und Begegnungsstätten gemeinnützige GmbH in Wernau fest. Molitor besuchte die Einrichtung gemeinsam mit ihrer Bundestagskollegin Judith Skudelny und dem örtlichen FDP-Kandidaten für die Landtagswahl Björn Ebert.

(v.l.) FDP-Landtagskandidat Björn Ebert, Gabriele Molitor und ihre Fraktionskollgein Judith Skudelny lassen sich vom Geschäftsführer der ArBeg Jan Dietz (m.) über die Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung informieren
Die FDP-Politiker ließen sich von Geschäftsführer Jan Dietz über die Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung informieren und erfuhren, dass die Produktions- und Montagemöglichkeiten in einer Behindertenwerkstatt gerade auch für mittelständische Betriebe von großer Bedeutung sind. "Kabel, komplizierte Lötteile sowie Spezialteile aus Metall, es gibt viel, was wir übernehmen können", so Diez, "und immer kommt es darauf an, Herstellungsprozesse so zu gestalten, dass sie auch von Menschen mit Behinderung manuell oder maschinell übernommen werden könnten."
Unter dem Dach der ArBeg befindet sich außer der Werkstatt auch ein Integrationsunternehmen, wo Langzeitarbeitslose qualifiziert werden, um sie wieder in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. "Qualität und Termintreue wissen unsere Auftraggeber zu schätzen", erklärte ArBeg-Geschäftsführer Jan Dietz.

(v.l.) Gabriele Molitor und Judith Skudelny informieren sich über das Angebot des Cap-Marktes
Anschließend besichtigten Skudelny und Molitor gemeinsam mit dem FDP-Kandidaten für die Landtagswahl Hosam el Miniawy den Cap-Lebensmittelmarkt in Leinfelden-Echterdingen. Das Geschäft wird von Menschen mit Behinderung betrieben und ist im Ortskern von Stetten ein wichtiger Nahversorger für Lebensmittel. Geschäftsführer Klaus Korschinek wies mit Stolz darauf hin, dass der Betrieb über ein Sortiment von über 4000 Artikeln verfüge und viele Bio-Produkte aus der Region anbiete.

Gabriele Molitor, Judith Skudelny (m.) und FDP-Landtagskandidat Hosam el Miniawy (r.) bei ihrem Besuch im Cap-Markt
Am Abend bestritt Gabriele Molitor gemeinsam mit dem Vorsitzenden der FDP-Stadtratsfraktion Wolfgang Haug eine Diskussionsveranstaltung zum Thema: "Eine Schule für alle? - Die Konsequenzen der UN-Behindertenrechtskonvention für das Schulsystem". Axel Dörr, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes moderierte die muntere Diskussionsveranstaltung in den Ratsstuben, die sich um die Frage drehte, ob zukünftig alle Kinder mit Behinderung eine Regelschule besuchen können. Das Fazit lautete: Keine Schnellschüsse zu Lasten der Kinder. Ansatzpunkt sei das Kindeswohl. Schulen seien derzeit von ihrer sächlichen und personellen Ausstattung nicht überall in der Lage, Kinder mit Behinderung aufzunehmen, so dass Förderschulen nach wie vor ihre Daseinsberechtigung hätten. "Jedoch verlangt die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention, dass wir eine Entwicklung einleiten, die Sonderwege weitestgehend abschafft und ein selbstverständliches Miteinander ermöglicht", so Molitor.




