Praktikum im Deutschen Bundestag - Auch über Deutschland's Grenzen hinaus
Hallo, meine Name ist Juliette Couturier, ich bin eine zwanzigjährige Französin. Zur Zeit studiere ich im fünften Semester am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. In diesem Studiengang werde ich ein deutsch-französisches Doppel-Bachelor zwischen dem Otto-Suhr-Institut und Sciences Po Paris - meiner ursprünglichen Universität in Frankreich - erwerben.

Juliette Couturier vor der Kulisse des Reichstags
Mein Studium und das Praktikum im Bundestag
Im Rahmen meines Studiums habe ich beschlossen, während meiner Semesterferien ein Praktikum von neun Wochen im Bundestagbüro von Gabriele Molitor zu absolvieren. Gabriele Molitor ist Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales und im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Diese Schwerpunkte interessieren mich besonders: das war für mich ein wichtiger Grund, mich in ihrem Büro zu bewerben.
Das Praktikum ist für mich sehr interessant und aufschlussreich. Es bietet mir einen Einblick in die Arbeitsweise eines Abgeordnetenbüros und erlaubt mir, meine theoretischen Erkenntnisse aus dem Studium um praxisnahe Erfahrungen zu erweitern. Außerdem kann ich den Alltag im Bundestag sowie die Kulisse des Hauses kennenlernen.
Im Bundestagsbüro von Gabriele Molitor arbeiten drei Mitarbeiter: der Büroleiter Andy Fürste, sowie zwei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen, Lisa Reimann und Amely Bey. Während meines Praktikums werde ich hauptsächlich von Andy betreut. Meine Arbeit besteht in der Unterstützung bei der Erfüllung seiner zahlreicher Aufgaben.
Sitzungswochen und Nichtsitzungswochen - Ein wirklich großer Unterschied
Der Arbeitsalltag im Bundestagbüro lässt sich mit einem scharfen Kontrast in zwei Phasen trennen. Einerseits gibt es die Arbeit während der Sitzungswochen, anderseits gibt es die Arbeit während der Nichtsitzungswochen. In Nichtsitzungswochen hält sich Gabriele Molitor in ihrem Wahlkreis Euskirchen auf. Während der Sitzungswochen befindet sie sich immer in Berlin.
Während der Nichtsitzungswochen findet die "Hintergrundarbeit" statt - also die Arbeit, die man in der Sitzungswoche wegen der ständigen Sitzungen und Telefonanrufe nicht schafft. Zum einen wurde mir die Aufgabe übertragen, Bürgeranfragen zu beantworten. Zunächst lese ich mich dafür jeweils in die ganz verschiedenen Themen ein. Meine Recherchen betreffen dann die Position der Partei zu dem Thema, den aktuellen Stand des Entscheidungsprozess sowie die Gesetzeslage.
Die Themen sind vielfältig. Ich habe mich zum Beispiel schon mit der PID Debatte, der Frage der Teilzeitarbeit, der Lage in Libyen sowie der FDP-Politik im Wahlkreis von Frau Molitor beschäftigt. Diese inhaltlichen Recherchen machen mir viel Spaß, weil ich mir Themengebiete erschließen soll, mit denen ich mich nie zuvor beschäftigt habe. Eine meiner weiteren Aufgabe ist die Ausarbeitung von Beiträgen für die Homepage von Gabriele Molitor. Alle wichtigen Ereignisse und Themen mit direktem Bezug zu Gabriele Molitor und ihrer Arbeit sollen darauf zusammengefasst werden.
Neben diesen Tätigkeiten erhalte ich Rechercheaufgaben, um die nächste Sitzungswoche vorzubereiten. Ich schreibe Vermerke oder Hintergrundpapiere für Frau Molitor. Diese dienen dazu, Frau Molitor einen schnellen und umfassenden Überblick über ein aktuelles Thema oder ein Thema für das sie sich besonders interessiert, zu verschaffen. Dank dieser Vermerke wird Frau Molitor gut informiert zu einem Termin sein, zum Beispiel für ein Gespräch, eine Pressemitteilung, eine Sitzung oder eine Rede. Sehr motivierend ist es zu wissen, dass ich somit zu der Arbeit im Büro beitragen kann.
Der Arbeitsalltag während der Sitzungswochen verläuft ganz anders. Gabriele Molitor nimmt mich in alle Arbeitsgruppe-, Arbeitskreis- und Ausschusssitzungen sowie zu Gesprächen oder Pressekonferenzen mit. Einmal habe ich auch an einer Plenarsitzung teilgenommen. Dabei informierte mich Andy ausführlich über die Themen und geht auch gerne auf meine Nachfragen ein, trotz einem straffen Tagesprogramm. Es ist sehr interessant bei Sitzungen zu sein und den Eindruck zu haben, dass ich mich im Zentrum aller wichtigsten deutschen politischen Entscheidungen befinde.
Besonders in der Debatte über Libyen und Atomkraftwerke nach der Fukushima-Katastrophe war es interessant, meine französischer Perspektive mit der deutschen Meinung zu vergleichen. Während der Sitzungswoche habe ich auch an einem Abend die Möglichkeit erhalten, Frau Molitor zu einer sehr interessanten Veranstaltung zu begleiten : der deutsche Hörfilmpreis. Hier war sie als behindertenpolitische Sprecherin der FDP eingeladen. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es wirklich spannend ist, eine Sitzungswoche mitzumachen.
Vielen Dank
Abschließend möchte ich herzlich Gabriele Molitor, Andy Fürste, Lisa Reimann und Amely Bey für die spannenden, teils auch lustigen, aber vor allem sehr interessanten Wochen im Bundestag danken. Ich fühle mich von allen jederzeit willkommen und ernstgenommen. Ohne Probleme kann ich mich mit meinen Fragen an alle wenden - besonders an Andy, der sich viel Zeit für mich nimmt und mit mir meine Aufgaben konstruktiv bespricht und verbessert, so dass ich schnell lernen kann und mich sehr gut in das Team integriert habe. Es herrscht eine sehr freundliche Atmosphäre, in der ich mich von Anfang wohl gefühlt habe. Festzuhalten ist, dass ein Praktikum im Bundestagsbüro von Gabriele Molitor nur zu empfehlen ist!




