Kindeswohl als Maßstab ansetzen – Inklusive Bildung darf kein Versuchslabor sein.
Kall, 4. Mai 2011 - Gabriele Molitor besuchte heute die Grundschule in Kall. Begrüßt wurde die behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion von Rektorin Anne Dobring. Die Kaller FDP-Ratsfrau Dr. Gerlinde Linne von Berg sowie der Kreistagsfraktionsvorsitzende der FDP Hans Reiff begleiteten Molitor.

(v.l.) Hans Reiff (Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion Euskirchen), Frau Dr. Gerlinde Linne von Berg (Mitglied der FDP-
Ratsfraktion Kall), Gabriele Molitor MdB und Rektorin Anne Dobring
Im Vordergrund des Besuchs stand die Frage nach der Umsetzbarkeit der UN-Behindertenrechtskonvention vor Ort und der darin enthaltenen Zielsetzung Kindern mit Behinderung den Besuch der Regelschule zu ermöglichen. Der Blick in die Praxis, so Molitor, sei wichtig, um der oft ideologisch und dogmatisch geführten Debatte zu begegnen. Wenn jedoch das Wohl jedes einzelnen Kindes im Vordergrund stehe, seien Strukturdebatten überflüssig. Die Entscheidung darüber, ob ein Kind mit Behinderung eine Regelschule oder eine Förderschule besuchen solle, müsse sich danach richten, wo für das Kind optimale Lernbedingungen herrschen. Verantwortungsvolle Politik schaut darauf, ob die Schulen in der Region sowohl die personelle als auch die baulich und sachliche Ausstattung haben, die für den gemeinsamen Unterricht notwendig ist. Und da ist noch viel zu tun, stellten Molitor und Dobring gemeinsam fest.
Nach Ansicht von Gabriele Molitor dürfe Inklusion nicht als Zwang verstanden werden, Wahlmöglichkeiten müssten bestehen. Molitor kritisierte außerdem die Bildungspolitik roter und rot-grüner Landesregierungen der letzten Jahrzehnte: "Sozialdemokraten und Grüne haben NRW gern zum Versuchslabor in Schulfragen gemacht. Die Ergebnisse sprechen für sich. Vor diesem Hintergrund müssen wir Veränderungen im Bildungssystem, welche wie jetzt mit der Frage der Inklusion anstehen, gut vorbereiten. Gemeinsam mit Eltern, Schülern und Lehrern wollen wir gangbare Wege finden und keine Strukturdebatten am grünen Tisch fernab der Praxis führen."
(v.l.) Rektorin Anne Dobring, Gabriele Molitor MdB und Hans Reiff (Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion Euskirchen) diskutieren über Möglichkeiten zur inklusiven Bildung




