Archiv - Gabriele Molitor, MdB

FDP-Politiker fordern Verantwortung statt Bevormundung

Berlin, 7. September 2011 - Gemeinsam mit dem Kandidaten der Bezirksliste für das Abgeordnetenhaus, Gumbert Salonek, besuchten mehrere Mitglieder der FDP-Bundestagsfraktion eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderungen, das von der Spastikerhilfe Berlin eG betrieben wird. Dabei bemühten sich die teilnehmenden Politiker, die behindertenpolitische Sprecherin Gabriele Molitor, die senioren- und frauenpolitische Sprecherin Nicole Bracht-Bendt sowie der baupolitische Sprecher Sebastian Körber um einfache Sprache, damit die Bewohner dem Gespräch folgen konnten.

Gabriele Molitor, ihre Fraktionskollegen Sebastian Körber (r.) und Nicole Bracht-Bendt (l.), die Mitarbeiter der Spasikerhilfe sowie einige Bewohner des Kleinstheimes kommen bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch
Gabriele Molitor, ihre Fraktionskollegen Sebastian Körber (r.) und Nicole Bracht-Bendt (l.), die Mitarbeiter der Spastikerhilfe sowie einige Bewohner des Kleinstheimes kommen bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch

Von Seiten der Spastikerhilfe Berlin eG nahmen das Vorstandsmitglied Georg Dudaschwili, der Referent für Öffentlichkeitsarbeit Sieghard Gummelt, Wohnheimgruppenleiterin Martina Frank sowie die Betreuer der Bewohner an dem Gespräch teil. In dem sogenannten Kleinstheim leben 6 Menschen mit komplexen Behinderungen und beweisen, dass gemeinsames Leben von behinderten und nicht-behinderten Menschen im Kiez möglich ist. Bewusst sei eine Wohngegend mit gut entwickelter Infrastruktur  und funktionierendem Kiezleben ausgesucht worden, erläuterte Martina Frank, um den Bewohnern ein inklusives Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.


Gabriele Molitor betonte die Bedeutung eines Kleinstheimes mitten im Leben: "Auch Menschen mit komplexen Behinderungen wird durch eine solche Einrichtung ein Leben im Kiez ermöglicht. Der Besuch von Ärzten und Läden ist genauso möglich wie nachbarschaftlicher Kontakt." Kritik äußerte sie allerdings an den Rahmenbedingungen, die der Berliner Senat geschaffen hat: "Solche Heime werden leider eine Ausnahme bleiben. Durch die strengen Regulierungen der geplanten Heimmindestbauverordnung des Landes Berlin könnte eine Einrichtung wie diese hier inzwischen gar nicht mehr gegründet werden. Der Senat muss sich vorwerfen lassen, dass er inklusives Wohnen verhindert." Georg Dudaschwili bekräftigte dies: "Inklusion, Stadtteilorientierung und das persönliche Budget müssen sich daran messen lassen, inwieweit auch Menschen mit komplexen Behinderungen davon profitieren."

Gumbert Salonek wies auf ein weiteres Problem hin: "In Berlin werden jährlich nur 3.000-4.000 neue Wohnungen gebaut. In die Bestandsbauten, oftmals Altbau, Fahrstühle einzubauen wird als Luxussanierung, die die Mieten in die Höhe treibt bezeichnet und verhindert. Das betrifft nicht nur Menschen mit Behinderung sondern auch ältere Menschen, die viel früher als nötig ihre eigenen vier Wände verlassen müssen." Passend dazu lautet Saloneks Wahlkampfmotto "Verantwortung statt Bevormundung".

Sebastian Körber und Gabriele Molitor (v.r.n.l) im Gespräch mit einem Bewohnerin des Kleinstheimes
Sebastian Körber und Gabriele Molitor (v.r.n.l) im Gespräch mit einer Bewohnerin des Kleinstheimes

Sieghard Gummelt und der gelernte Architekt Körber waren sich einig, dass es nötig sei, das Thema Barrierefreiheit in das Architekturstudium aufzunehmen, um Studenten zu sensibilisieren. Nicole Bracht-Bendt: "Barrierefreies Bauen ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen: Eltern mit Kinderwagen profitieren ebenso wie Menschen mit Behinderung oder Senioren."

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