FDP-Politiker diskutieren Politik für Menschen mit Behinderung mit Vorstand der Diakonie Kork
Kehl-Kork, 22. Juli 2011 - Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention stand im Mittelpunkt eines Besuchs der behindertenpolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Gabriele Molitor in der Diakonie Kork. Mit diesem Vorortbesuch wollte sie sich einen Einblick verschaffen, welche Erfahrungen in einer Einrichtung gemacht werden, die in Wohnangeboten, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sowie einer Schule für Körperbehinderte sehr breit gefächert betroffene Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet in ihrem Leben unterstützt. Begleitet wurde sie von ihrer Fraktionskollegin Sybille Laurischk und der Vorsitzenden des FDP-Ortsverbandes Kehl Liliane Brett.
Die FDP-Bundestagsabgeordneten Sybille Laurischk (3.v.r.) und Gabriele Molitor (2.v.r.) sowie Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Kehl Liliane Brett (l.) im Gespräch mit dem Vorstand der Diakonie Kork (v.l. Herr Büchel, Dr. Martin und Herr Stefan)
Einen ausführlichen Pressebericht über einen weiteren Termin von Gabriele Molitor im Kreis Offenburg finden Sie hier.
Bezogen auf die klinische Arbeit machte sich der Kaufmännische Vorstand Robert Büchel für eine Beibehaltung des Status "Besondere Einrichtung" für die Epilepsiekliniken in Kork stark. Eine Einbeziehung in das System der Fallpauschalen wäre den Patienten mit ihren häufig schwer kontrollierbaren Epilepsien nicht angemessen und würde die gut funktionierenden Strukturen der Versorgung an Epilepsie erkrankter Menschen gefährden. Der Chefarzt der Séguin-Klinik, Dr. Peter Martin, ergänzte aus seiner Erfahrung, dass die Diagnostik und Therapie von schwer-mehrfachbehinderte Menschen in einer Regelklinik häufig nicht ausreichend sind. Auch in der ambulanten Versorgung gebe es für diesen Personenkreis noch erhebliche Defizite, genauso in der Beratung der Angehörigen. Ambulante Zentren, so wie es sie bereits als sozialpädiatrische Zentren gebe, seien auch für Erwachsene dringend erforderlich. Martin unterstrich in diesem Zusammenhang die hinter der Arbeit in Kork stehende hohe Wertschätzung gegenüber schwer behinderten Menschen.
Gabriele Molitor bedauerte bei ihrem Besuch die manchmal hinderliche Versäulung der sozialen Sicherungssysteme. Sie plädierte dafür, sozialpolitische Wege zu finden, dass die Hilfe direkter zum Menschen komme und sprach sich auch für die stärkere Anwendung des Persönlichen Budgets in der Behindertenhilfe aus. Dies würde zu einer stärkeren Personenzentrierung der Sozialleistungen führen. Nicht die Gesetze des Marktes, sondern die Selbstbestimmung der Menschen müssten Vorrang erhalten. Einig waren sich die Besucherinnen und der Vorstand der Diakonie Kork darin, dass für eine Spezialeinrichtung, wie die Diakonie Kork mit ihrem bundesweiten Einzugsbereich, auch eine übergeordnete Stelle als Ansprechpartner fungieren müsse. Aufgrund höherer Fallzahlen könnte sie sowohl die finanziellen als auch die spezifischen fachlichen Fragen angemessener beurteilen.




