Archiv - Gabriele Molitor, MdB

Barrierefreiheit für Menschen mit kognitiver Behinderung

Dresden, 1. Juni 2011 - Auf der abschließenden Pressekonferenz des 41. Treffens der Landesbehindertenbeauftragten, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen und der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) in Dresden wurde heute eine ganz besondere Broschüre vorgestellt. Erstmals gibt es jetzt einen Kriterienkatalog für eine barrierefreie Gestaltung der Umwelt für geistig behinderte Menschen. 

Mann mit Unterlagen
Für Gabriele Molitor leistet diese Auflistung einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten. "So kann beim Planen und Bauen frühzeitig die Perspektive auf Menschen mit Lernbehinderung gelenkt werden. Viele von uns können sich nicht vorstellen, was es bspw. heißt, nicht lesen zu können. Piktogramme und Bilder anstelle von schwerer Sprache können helfen sich besser zu orientieren."


Der Kriterienkatalog, erstellt von der Lebenshilfe und dem Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit, gibt viele Hinweise auf eine barrierefreie Gestaltung und erklärt warum welche Maßnahmen für Menschen mit Lernschwierigkeiten sinnvoll sind. Denn nicht jedes Symbol wird auch tatsächlich von Menschen mit Lernschwierigkeiten verstanden. Eine Sprachausgabe bei der Bedienung von Geräten kann zusätzlich helfen. In einer Studie wurde getestet, welche Hilfen am besten greifen.

Ein wichtiges Mittel stellt die so genannte "leichte Sprache" dar. Durch einfache Satzkonstruktionen und durch die Unterstützung von Bildern können schwierige Texte für Menschen mit Lernschwierigkeiten verständlich gemacht werden. "Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht! Fremdwörter und lange Schachtelsätze behindern die Teilnahme von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Eine zweite Version in leichter Sprache baut Barrieren ab," betont Molitor. Inzwischen gibt es wichtige Gesetzestexte und Veranstaltungseinladungen in zwei Versionen: in leichter und in schwerer Sprache. Durch den Kriterienkatalog werden zudem Firmen animiert, Menschen mit Lernschwierigkeiten als Kunden wahrzunehmen. Auch das Einkaufen im Internet ist dann durch Piktogramme und leichte Sprache für Menschen mit kognitiver Behinderung möglich.

Die 50-seitige Broschüre ist in Druckform über die beteiligten Verbände erhältlich und als barrierefreie PDF-Datei online abrufbar unter http://www.barrierefreiheit.de/veroeffentlichungen.html#kriterienkatalog

Informationen zur leichten Sprache und Bildmaterialien (siehe oben) gibt es bei Mensch zuerst - Netzwerk People First Deutschland e.V. http://www.people1.de/

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